News

Relevante Veränderungen im Versicherungsmarkt halten wir hier gerne für Sie fest. Noch lieber teilen wir Ihnen diese persönlich mit.

  • 18.03.2020Wichtige Mitteilung in Zeiten des Corona-Virus - Information an unsere Kunden und Partner

  • 04.03.2020Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

    Ausgangslage (Stand 04.03.2020) Am Coronavirus SARS-CoV-2 ‚COVID-19‘ erkrankten bis heute weltweit über 93.000 Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch zu einer ‚gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite‘ erklärt.

    Der Bundesrat beruft sich auf das Epidemiegesetz und verbietet bis mindestens 15. März 2020 alle Veranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen.

    Damit sind nun die volkswirtschaftlichen Auswirkungen gewiss und stehen direkt und unmittelbar in unserem Land bevor. Wenn bisher vor allem Auswirkungen auf die globalen Lieferketten ein Thema waren, kommen nun finanzielle Auswirkungen infolge Absagen von Anlässen und damit fehlendem Umsatz bei vielen Betrieben im Umfeld dieser Anlässe dazu.

    Wie weit die Personen, welche in Quarantäne sein müssen und so am Arbeitsplatz fehlen und somit zu Produktionsausfällen führen werden, kann im Moment noch gar nicht abgeschätzt werden und hängt stark mit dem Ausmass der Anzahl dieser Personen zusammen.

    Am grössten wären die Auswirkungen sicher, wenn ganze Betriebe, Städte oder Gebiete abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt würden.

    Jenseits aller Panikmache informieren wir hier über direkte Quellen und fassen unsere aktuellen Erkenntnisse aus dem Versicherungsmarkt zusammen

    Versicherungslösungen

    Eine klassische Ertragsausfall- und Mehrkostendeckung im Rahmen einer Sach- oder All Risks-Versicherung bietet keinen Versicherungsschutz für Auswirkungen die wegen möglicher Massnahmen aufgrund des Coronavirus ‚COVID-19‘ entstehen. Die allgemeinen Bedingungen setzen zwingend einen Sachschaden voraus, der für Ertragsausfälle und Mehrkosten ursächlich sein muss. Dieses kann zum Beispiel ein Feuer sein, das Rohstoffe oder eine Fertigungshalle beschädigt, die für den Betriebsablauf notwendig sind. Im Falle des Coronavirus ‚COVID-19‘ liegt ein solcher Sachschaden nicht vor.

    Das gleiche gilt für sogenannte Rückwirkungsschäden, d.h. Auswirkungen im eigenen Betrieb infolge Ertragsausfall und Mehrkosten durch Schäden bei Lieferanten und/oder Kunden.Wie weit Lieferanten und oder Kunden auf Grund der bestehenden Verträge mit ihnen für Ertragsausfälle und Mehrkosten haftbar gemacht werden können, gilt es im Einzelfall zu prüfen. Sehr oft wird dabei aber die Tatsache der ‘Höheren Gewalt’ als Haftungsausschluss bestimmt. Ob das Coronavirus ‚COVID-19‘ darunter eingestuft wird müssen wohl abschliessend die Gerichte beurteilen.

    Eine Epidemieversicherung könnte diese Lücke schliessen, wird jedoch oft nur in ganz bestimmten Betriebsarten abgeschlossen. Im Fokus stehen nicht die produzierenden Unternehmen, sondern vielmehr Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe. Diese Versicherung deckt Fälle, in denen eine Betriebsschliessung aufgrund einer behördlichen Anordnung erfolgt. Sie bietet jedoch keinen Versicherungsschutz sofern ein Unternehmer entscheidet, eine Filiale oder ein Werk vorsorglich zu schliessen. Die Epidemieversicherung deckt den entgangenen Betriebsgewinn und entstandene Kosten sowie Sachschäden ab, welche durch die behördlicherseits angeordneten Massnahmen entstehen. Diese können z.B. die Schliessung des Betriebs, die Desinfektion des Betriebes, Tätigkeitsverbote gegen Inhaber/Mitarbeiter oder die Vernichtung von Waren und Vorräten sein. Es ist im Zusammenhang mit diesen Versicherungen jedoch zu beachten, dass diese Produkte sehr oft bestimmte Viren bzw. Seuchen generell ausschliessen und/oder bei durch die WHO ausgerufenen Pandemien der Stufen 5 und 6 keine Entschädigung leisten.

    Im Moment stellen wir fest, dass der Markt für neue Epidemieversicherungen oder dem Ausbau bestehender praktisch zum Erliegen gekommen ist und die Anbieter einen Zeichnungsstopp erklärt haben.

    Veranstaltungsausfallversicherungen bieten einem Veranstalter Versicherungsschutz gegen die Folgen eines Ausfalls einer geplanten Veranstaltung. Deckungsschutz besteht auch bei Abbruch, Änderung und Verschiebung der Veranstaltung. In diversen Bedingungswerken ist aber ein Ausschluss von Epidemien und Seuchen verankert.

    Reiseversicherungen können Annullationskosten für abgesagte Reisen übernehmen. Wie weit der Schutz im Einzelnen geht, hängt auch hier von einzelnen Anbietern und den entsprechenden Bedingungen ab. Aktuell zeigen die Versicherer noch eine gewisse Kulanz bezüglich des Coronavirus ‚COVID-19‘. Dies kann jedoch je nach Verlauf der Ausbreitung sehr rasch ändern.

    Über die Krankentaggeldversicherung sind ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeiten infolge Krankheit versichert. Für den Fall einer Quarantäne besteht kein Versicherungsschutz. Da die Quarantäne in der Regel lediglich 2 – 3 Wochen dauert, würde diese jedoch in den meisten Fällen in die Wartefrist fallen. Nur bei ganz wenigen Krankentaggeldversicherungen kommt eine Deckungseinschränkung für Pandemien zur Anwendung (Ausschluss sympany / elipsLife – Kürzung der Leistungsdauer auf die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht). Die Mehrheit der Krankheitsfälle infolge des Coronavirus ,COVID19‘ würden jedoch innerhalb der Wartefrist liegen.

    Wenn die Auftragslage wegen des Virus bzw. der weltweiten Pandemie zurückgehen würde und dadurch Personal entlassen werden müsste, wäre zu prüfen, ob die Kurzarbeitsversicherung der ALV weiterhelfen würde.

    Bei Fragen sowie Abklärungen mit den Versicherern in konkreten Schadenfällen, können Sie sich jederzeit an Ihren Berater wenden.

    Da sich die Situation täglich ändern kann, empfehlen wir unseren Kunden sich an die Informationen des Bundesamtes für Gesundheit zu halten:

    https://www.bag.admin.ch/bag/de/home.html

    oder unter der Infoline +41 58 463 00 00 (täglich 24 Stunden)